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Martinsneukirchen

Martinsneukirchen

Die älteste Urkunde, in welcher der Ort erwähnt wird, stammt aus dem Jahr 937. Dort wird in lateinischer Sprache eine 'Nov. Par. d. S. Martini' angeführt, zu deutsch: eine neue Pfarrei des Heiligen Martin. 1237 erscheint in einer Urkunde des St. Johann-Stifts zu Regensburg der Name des Pfarrers 'Ernestus zu Niwnkirchen des Sand Merteins'.

Der Name 'Martinsneukirchen' bezeichnet also denjenigen Ort, wo dem Kirchenpatron eine neue Kirche gebaut wurde. Da die neue Kirche kein Ersatzbau für eine bereits bestehende war, ergab sich der Namensmittelteil 'neu' als Folge daraus.
An welchem Ort sich allerdings die alte Martinskirche genau befand, lässt sich heute nicht mehr mit Sicherheit bestimmen. Einige Gründe sprechen dafür, dass die alte Martinskirche in Mattenzell stand, wie beispielsweise die Tatsache, dass die heutigen Kirchenpfründe noch ganz in der Nähe dieses Ortes liegen.
Die Besiedelung dieser Gegend ist nachweislich schon sehr früh erfolgt. Wenn man von spärlichen Funden aus prähistorischer Zeit absieht, kann man eine durchgehende Besiedelung wohl seit 900 als erwiesen annehmen.

Möglicherweise wurde schon in der keltischen Zeit in der Gegend um Martinsneukirchen gesiedelt. Die Deutung mancher Schalensteine weist jedenfalls darauf hin.
Der Ort liegt an der Verbindungsstrasse von Zell (B 16) nach Schillertswiesen und hat auch eine direkte Strassenanbindung zum Luftkurort Falkenstein. Einst führte an Martinsneukirchen der Heerweg vorbei, der Roding und Wörth miteinander verband. Martinsneukirchen, auf einer Anhöhe liegend, wird im Westen vom Tannenfels (633 m) und Hadriwa (676 m), im Süden vom Maierberg (571 m) und im Nordosten vom Mantelberg eingeschlossen. Es bietet sich ein offener Ausblick nach Nordwesten zur Burgruine Lobenstein von Zell.

Vorübergehend war der Ort Sitz einer eigenen Gemeinde, bis 1948 die Gemeinde Martinsneukirchen an Zell angeschlossen wird. Gottfried Niebauer war der letzte Martinsneukirchener Bürgermeister. 1987 wird der Schulverband Zell aufgelöst, der Schulbetrieb in Martinsneukirchen wird eingestellt und das ehemalige Schulhaus wird von 1992 bis 1995 in ein Gemeindehaus mit Vereinsheim umgebaut. Im Jahr 1997 wird in dieses Gebäude der Kindergarten St. Martin integriert.
Die gesunde Luft und waldreiche Gegend machen Martinsneukirchen zu einem beliebten Wanderziel für Erholungssuchende aus Regensburg und Umgebung. Doch auch viele Urlauber verbringen in den vielen Gästezimmern die 'schönste Zeit des Jahres'.
Es ist sehr interessant, dass der Ort Martinsneukirchen in den letzten tausend Jahren praktisch keinerlei Wachstum erfuhr.